Aktuelles Bundesvereinigung
Frühförderung für behinderte oder entwicklungsauffällige Kinder nicht mehr gewährleistet
Der Bundesvorsitzende der Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung e.V., Stefan Engeln, befürchtet in Deutschland zukünftig eine mangelhafte Versorgung von Kindern mit Behinderungen und Entwicklungsverzögerungen.
Nachdem seit Jahren auf Länderebene mit den Kostenträgern (Krankenkassen und Sozialhilfeträger) über notwendige Rahmenbedingungen und entsprechende Kostensätze verhandelt wird, zeigt sich bei einer bundesweiten Umfrage der Vereinigung, dass das bestehende und sehr bewährte System Frühförderung sich reduziert. Der Grund ist häufig die defizitäre Finanzierung der Förder- und Therapiemaßnahmen durch schlecht verhandelte Vereinbarungen über Rahmenbedingungen.
Somit entstehen teilweise sehr lange Wartezeiten für die betroffenen Kinder und Familien (bis zu einem ¾ Jahr) oder manche Eltern müssen sehr weite Wege für dringend notwendige Förderungen und Therapien in Kauf nehmen. Dazu kommt der Abbau von mobilen häuslichen Frühfördermaßnahmen, die sich in der Vergangenheit sehr bewährt haben, vor allem bei sozial gefährdeten Familien im Sinne einer präventiven und niederschwelligen Versorgung.
„Eigentlich hätte das System Frühförderung in Deutschland in den letzten Jahren nach Inkrafttreten der Frühförderungsverordnung ausgebaut und erweitert werden müssen, um koordiniert und interdisziplinär den steigenden Zahlen von entwicklungs- und verhaltensauffälligen Kindern im Alter von Geburt bis zur Einschulung gerecht zu werden“
Stefan Engeln
Die Bundesregierungen und die zuständigen Bundesministerien sind seit längerem über diesen Zustand alarmiert und versuchen leider erfolglos diesen Skandal zu lösen.Auch die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat sich in diesen skandalöse Vorgang auf Grund der Intervention durch den Bundesvorsitzenden der Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung entsprechend eingeschaltet. Net: http://www.fruehfoerderung-viff.de
Aber die Umsetzung der Rahmenvereinbarung ist Ländersache. Hier wird vor allem durch bürokratische Verfahren oder diskriminierende Verhandlungsstrategien durch die Kostenträger gegenüber den Leistungserbringern eine notwendige und gut funktionierende Frühförderung verhindert.
Dieses ist ein sehr stiller Skandal in unserer Gesellschaft
der die betroffenen Kinder in Deutschland zunehmend gefährdet.
Niemand hat dabei die entsprechend hohen Folgekosten für die Gesellschaft in Zukunft im Blick, gar nicht zu sprechen von dem Leid der Kinder.
Ein „Stiller Skandal“ auch deswegen; diese Kinder und Familien haben so gut wie keine Lobby in dieser Gesellschaft.
Stefan Engeln befürchtet:
„ unter diesen schlechten Rahmenbedingungen wird sich die Versorgung der betroffenen Kinder weiter in Deutschland verschlechtern vor allem in den Ballungsgebieten“.
Davon betroffen sind c. 433 000 Kinder in Deutschland c. 8% der Kinder von Geburt bis Schuleintritt, die der Frühförderung bedürfen (Otto-Blume-Institut, 2008; Schlack, 2008).
siehe auch: Aktuell 2009: „Gefährdete Kindheit“ (Hrsg.) Christoph Leyendecker, Kohlhammer Verlag
Verantwortlich:
Stefan Engeln
Vorsitzender
Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung e.V.
Seidlstr. 18 A
80335 München
T.: 0911-58793411 (Büro: Nürnberg)
Mail: .
12. Juni 2010


